Gewalt beim Pflegen und Betreuen

Dieser Text ist in Leichter Sprache. Er erklärt: Was ist Gewalt beim Pflegen? Wie erkennt man Gewalt? Und wer kann helfen?

Sofort Hilfe

Gibt es gerade Gefahr?

Dann rufen Sie die Polizei an.

Die Telefon-Nummer von der Polizei ist: 110

Ist jemand schwer verletzt oder schwer krank?

Dann rufen Sie den Rettungs-Dienst an.

Die Telefon-Nummer vom Rettungs-Dienst ist: 112

Diese Anrufe kosten kein Geld.

Was ist Gewalt beim Pflegen?

Viele Menschen brauchen Hilfe.

Eine Hand nimmt den Hörer eines einfachen Telefons von der Gabel, im Bild sind nur Hand und Handgelenk zu sehen
Sie können anrufen. Sie müssen nichts beweisen.

Zum Beispiel beim Waschen.

Oder beim Anziehen.

Oder beim Essen.

Diese Hilfe nennt man Pflege.

Pflege machen zum Beispiel Angehörige.

Angehörige sind zum Beispiel die Tochter oder der Sohn.

Pflege machen auch Pflege-Kräfte.

Pflege-Kräfte arbeiten in einem Pflege-Heim.

Oder sie kommen nach Hause.

Manchmal passiert bei der Pflege etwas Schlimmes.

Dann spricht man von Gewalt.

Gewalt ist nicht nur Schlagen.

Gewalt hat viele Formen.

Diese Formen von Gewalt gibt es

Jemand tut Ihnen weh

Zum Beispiel: Jemand schlägt Sie.

Oder jemand hält Sie zu fest.

Danach haben Sie blaue Flecken.

Jemand ist gemein zu Ihnen

Zum Beispiel: Jemand schreit Sie an.

Oder jemand droht Ihnen.

Oder jemand lacht über Sie.

Oder jemand redet über Sie. Aber nicht mit Ihnen.

Das tut auch weh. Auch wenn man es nicht sehen kann.

Jemand hilft Ihnen nicht

Das ist auch Gewalt.

Zum Beispiel: Sie bekommen zu wenig zu trinken.

Oder Sie müssen sehr lange auf die Toilette warten.

Oder Sie können die Klingel nicht erreichen.

Oder Sie haben Schmerzen. Aber niemand hilft.

Jemand sperrt Sie ein

Zum Beispiel: Ein Gitter am Bett.

Oder ein Gurt am Bauch.

Oder die Zimmer-Tür ist zu.

Oder Sie bekommen Medizin. Und dann sind Sie ganz müde.

Wichtig: Das darf man nur mit Erlaubnis machen.

Sie müssen selbst Ja sagen.

Oder ein Gericht muss Ja sagen.

Ein Gericht ist eine Stelle vom Staat.

Das Gericht heißt Betreuungs-Gericht.

Ohne diese Erlaubnis ist es verboten.

Das steht im Gesetz.

Jemand nimmt Ihr Geld

Zum Beispiel: Geld ist weg aus dem Geldbeutel.

Oder Geld geht vom Konto. Aber Sie wissen nicht warum.

Oder Sie sollen etwas unterschreiben. Aber niemand erklärt es.

Woran erkennt man Gewalt?

Manchmal merkt man Gewalt nicht sofort.

Aber es gibt Zeichen.

Zum Beispiel diese Zeichen:

  • Es gibt blaue Flecken. Und niemand kann sagen warum.
  • Ein Mensch hat plötzlich Angst vor einer Person.
  • Ein Mensch sagt nichts mehr. Und war früher gesprächig.
  • Ein Mensch wird immer dünner.
  • Die Kleidung ist oft schmutzig.
  • Es gibt Wunden vom Liegen.

Ein Zeichen allein bedeutet noch nichts.

Aber viele Zeichen zusammen sind ein Grund zum Nachfragen.

Schreiben Sie alles auf

Das ist ein guter Tipp.

Nehmen Sie ein Heft.

Schreiben Sie jeden Tag auf, was Sie sehen.

Schreiben Sie auch das Datum dazu.

Machen Sie das 2 Wochen lang.

Dann haben Sie einen Beweis.

Mit einem Beweis nimmt man Sie ernster.

Wer kann helfen?

Es gibt viele Stellen, die helfen.

Sie können mehrere Stellen fragen.

Sie müssen sich nicht für eine Stelle entscheiden.

Der Pflege-Stützpunkt

Der Pflege-Stützpunkt berät zu allen Fragen bei der Pflege.

Die Beratung kostet kein Geld.

In Bremen gibt es 5 Pflege-Stützpunkte.

In Bremerhaven gibt es 1 Pflege-Stützpunkt.

Die Adressen finden Sie auf dieser Seite: Beratungs-Stellen in Bremen

Die Pflege-Kasse

Die Pflege-Kasse zahlt für die Pflege.

Die Pflege-Kasse gehört zur Kranken-Kasse.

Sie können der Pflege-Kasse sagen, was passiert ist.

Die Heim-Aufsicht

Die Heim-Aufsicht kontrolliert Pflege-Heime.

Die Heim-Aufsicht gehört zum Land Bremen.

Sie können der Heim-Aufsicht auch ohne Ihren Namen schreiben.

Das Betreuungs-Gericht

Hat ein Mensch eine gesetzliche Betreuung?

Dann kann das Betreuungs-Gericht helfen.

Wenn Sie selbst pflegen

Pflegen ist schwer.

Manchmal ist es zu viel.

Man ist müde. Und man hat keine Pause.

Dann wird man manchmal laut.

Oder man ist ungeduldig.

Das passiert vielen Menschen.

Sie sind deshalb kein schlechter Mensch.

Aber Sie brauchen dann Hilfe.

Es gibt Hilfe für pflegende Angehörige:

  • Jemand anderes pflegt für ein paar Tage. Das heißt Verhinderungs-Pflege.
  • Der Mensch geht für kurze Zeit in ein Heim. Das heißt Kurzzeit-Pflege.
  • Der Mensch geht am Tag in eine Einrichtung. Das heißt Tages-Pflege.

Die Pflege-Kasse zahlt dafür Geld.

Aber Sie müssen es beantragen.

Wichtig: Sie müssen es in dem Jahr beantragen.

Sonst ist das Geld weg.

Der Pflege-Stützpunkt hilft beim Antrag.

Wenn der pflegebedürftige Mensch schlägt

Das gibt es auch.

Manche Menschen schlagen oder kratzen.

Oder sie beschimpfen die Pflege-Person.

Oft sind diese Menschen krank.

Zum Beispiel haben sie Demenz.

Bei Demenz vergisst man viel.

Und man hat oft Angst.

Die Menschen wollen nicht böse sein.

Aber es ist trotzdem schwer für Sie.

Sprechen Sie mit dem Arzt darüber.

Oder mit dem Pflege-Stützpunkt.

Ihre Rechte

Sie haben Rechte. Auch wenn Sie Pflege brauchen.

Das sind zum Beispiel Ihre Rechte:

  • Sie dürfen selbst entscheiden. Auch über die Pflege.
  • Sie dürfen Nein sagen. Zu jeder Behandlung.
  • Sie dürfen Ihre Akte lesen. Da steht alles über Ihre Behandlung drin.
  • Sie dürfen sich beschweren. Das darf keine Nachteile haben.
  • Sie dürfen einen anderen Arzt fragen.

Niemand darf Ihnen diese Rechte nehmen.

Mehr über Ihre Rechte steht hier: Patienten-Rechte

Was passiert nach einer Beschwerde?

Sie schreiben oder rufen an.

Die Stelle prüft dann Ihre Beschwerde.

Die Stelle fragt auch das Heim oder den Pflege-Dienst.

Das dauert oft mehrere Wochen.

Danach bekommen Sie eine Antwort.

Manchmal ändert sich etwas.

Manchmal ändert sich nichts.

Aber Ihre Beschwerde ist dann aufgeschrieben.

Wenn viele Menschen sich beschweren, fällt das auf.

Diese Seite in normaler Sprache

Möchten Sie mehr Informationen?

Es gibt diese Seite auch in normaler Sprache.

Dort steht mehr über die Gesetze.

Gewalt in der Pflege in normaler Sprache

Nach oben